Software-Design
Oftmals scheint die Entwicklung einer Software, die ständigen Gespräche, Veränderungen von Zielsetzungen, wie ein zielloses umher irren in einem Irrgarten voller Abzweigungen und Sackgassen. Die langjährige Erfahrung zeigt aber: wenn alle Beteiligten konsequent und gemeinsam voran schreiten, stellt sich der Irrgarten als Labyrinth heraus. In einem Labyrinth gibt es – entgegen dem Irrgarten – nur einen Weg, und dieser führt zwangsweise zum Ziel. Probieren Sie es aus!

Der Entwicklungsprozess von Software ist immer mehr als die reine Niederschrift von Source Code und eine Ansammlung von Bits und Bytes. Während oftmals die technische Funktionalität bei der Entwicklung im Vordergrund steht, spielen viele andere Faktoren bei der tatsächlichen Anwendung der Software eine viel größere Rolle. Ist das Programm bedienbar? Löst es tatsächlich die täglichen Probleme der Anwender, oder ist es an der Wirklichkeit “vorbei” entwickelt worden?
Neben der Berücksichtigung der Erfahrung von späteren Anwendern spielt aber auch das Innenleben eine große Rolle. Ein “gut geschriebenes” Programm besitzt eine eigene Ästhetik, die weit über Algorithmen und Datenstrukturen hinaus reicht; vielmehr geht es hier um gutes “Design”, nicht optisch, sondern logisch. Eine von Beginn an gut durchdachte Lösung mag am Anfang komplex und zeitaufwändig erscheinen – aber spätestens bei der ersten Anpassung an die Realität, an den sich erst spät herauskristallisierenden Wunsch des Bedieners, zahlt sich dieser Mehraufwand oft zehn- bis hundertfach aus.
Da diese Anpassungen an die Gegebenheiten, an die Realität, zwar oft vernachlässigt werden, aber zur Erstellung von verwendbarer – ästhetisch wertvoller – Software zwangsweise nötig sind, sollte eben diese Art und Weise der Entwicklung – nicht Programmierung um jeden Preis, sondern um der Schönheit willen – zentrales Bestreben sein.
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